Das Schaf im Steakhouse – oder wie man als Veggie unter Wölfen glücklich wird

Ein Gastbeitrag von Conny von Moment in a Jelly Jar.

Conny von Moment in a Jelly Jar war in unserem à la Steak carte Restaurant GenussReich essen und erzählt über ihre Erlebnisse. Wie fühlt man sich eigentlich als „Schaf unter Wölfen“ – also als Vegetarierin im Steakrestaurant.

 

Das Schaf im Steakhouse – oder wie man als Veggie unter Wölfen glücklich wird

Nun, wenn es nach dem Titel ginge, würde ich mich selbst als eben dieses Schaf bezeichnen. Doch jeder, der wie ich Vegetarier ist weiß, dass Vegetarismus nicht unbedingt mit der obligatorischen Salatschüssel abgetan ist. Es gibt da tatsächlich mehr als Endivie, Eisberg und Batavia. Zum Glück wird dem ganzen mittlerweile in der Restaurant-Szene schon recht oft Rechnung getragen. Und dennoch: Im Steakhaus fühlt man sich als Veggie dann doch eher deplatziert, wenn man seinen Hauptgang aus den Beilagen zusammenbasteln muss. Nicht ohne den bemitleidenden oder gar missbilligenden Blick des Kellners ertragen zu müssen.

Wer Vegetarier ist und diese Situationen kennt – und ja, ich bin mir sicher, dass das jeder schon einmal erlebt hat – sollte an dieser Stelle weiterlesen. Es gibt nämlich Licht am Ende des Steakhaus-Tunnels. Es führt bis nach Bad Blumau, genauer ins à la Steak carte Restaurant „GenussReich“ im Rogner Bad Blumau.

 

Satt und glücklich – und das nur mit Gemüse

Was für uns Vegetarier natürlich erscheint, ist für viele Menschen immer noch unverständlich. Wir lieben Gemüse, Hülsenfrüchte und auch Milchprodukte. Das Gemüse wird dabei ganz unterschiedlich zubereitet: gebraten, gekocht, gedämpft oder auch frittiert. Dabei entstehen Kreationen, die Fleisch nun wirklich nicht vermissen lassen.

Wir haben die Küche des Restaurants „GenussReich“ beim letzten Besuch auf die Probe gestellt, indem ich mich durch das vegetarische Angebot kostete, während mein Gegenüber sich ganz klassisch für Steak mit Beilagen entschied. Wie man sich sicher vorstellen kann, haben wir uns nach dem kräftezehrenden Tag in der Therme ein richtig gutes Abendessen verdient. Wir haben uns schließlich mehrfach auf der Liege umgedreht.

 

Zum Auftakt: erstmal ein Salaterl

Ganz klassisch begannen wir den Abend mit einer guten Salatschüssel. Denn bekanntlich kann man an den einfachen Dingen der Küche erkennen, wie gut sie wirklich ist. Der Blattsalat war herrlich: herrlich knackig, herrlich frisch und mit dem Hausdressing auch herrlich raffiniert. Nur ab und zu lugte ich zum Antipasti-Teller meines Gegenübers, der da ein Ensemble aus Salami und Asmonte-Käse vor sich hatte.

Überraschungen sind ja immer gut, noch dazu wenn man sie essen kann. Auf dem Gelände des Rogner Bad Blumau wächst die aromatische Isabella Traube, und daraus zaubern die Köche im GenussReich ein Sorbet, das zwischen Vorspeise und Hauptgang als süßer Gruß aus der Küche serviert wurde. Die Farbe: intensiv dunkelrot. Der Geschmack: intensiv nach Trauben, erinnert aber auch ein bisserl an Ribiseln und Himbeeren. Wir waren ehrlich ganz hin und weg vom Sorbet. Kleiner Bonus nebenher: Das Sorbet ist sogar vegan.

 

© http://www.inajellyjar.com/

 

Zum Hauptgang: b’sonderes Steak mit ohne Fleisch

Ich will ehrlich zu euch sein: Für mich gibt’s nichts Schlimmeres als ein staubiges Stück Getreidelaibchen, das im Mund immer mehr wird. Und dem man schon von weitem ansieht, dass es aus dem Pfeiffer-Sackerl direkt in die Fritteuse gewandert ist. Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, warum so ein Stück Getreide, mag es nun Soja oder Seitan oder was auch immer sein, für viele Gastronomen die Lösung für Vegetarier und Veganer ist. Wo es doch so viel Alternativen aus dem Gemüsegarten gibt.

Darum bin ich den Köchen des „GenussReichs“ dankbar, dass sie auf den „Das Veggie-Schnitzerl-muss-hautnah-aussehen-wie-ein-echtes-T-Bone-Steak“-Zug nicht aufgesprungen sind. Stattdessen haben sie sich auf das besonnen, was richtig gut schmeckt, nämlich frisches Gemüse aus der Region. In meinem Fall war das, wie sollte es in der Steiermark auch anders sein, Kürbis. Er war leicht karamellisiert und auf den Punkt gebraten: Schön knusprig außen, aber butterweich im Kern. Der Fakt, dass das Steak und die Veggie-Variante mit einer Vielzahl an Beilagen, selbst zusammengestellt werden kann, hat unser Foodie-Herz höher schlagen lassen. Wir haben uns für folgendes entschieden:

  • Sauce „Café de Paris“ – diese aufgeschlagene Butter mit Essiggurkerln und vielen Gewürzen schmolz auf meinem Kürbissteak dahin und verlieh ihm die Extraportion Geschmack.
  • Chimichurri – eine Kräutersauce mit viel Knoblauch, die ursprünglich aus Südamerika stammt
  • Gebratene Pilze mit Haselnussöl – diese Beilage war mein absoluter Favorit. Die Pilze waren auf den Punkt gebraten und herrlich aromatisch.
  • Mamas Fritas – hausgemachte Pommes. Wenn schon, denn schon.

 

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Wie man an den Fotos bestimmt erahnen kann, war der Hauptgang ein richtiges Festmahl. Keine neidischen Blicke auf den Nachbarteller nötig. Das Schaf war glücklich.

 

Und danach: was fruchtiges für den Abgang

Schon nach den Steaks hätte man uns die Treppe hinauf in unsere Zimmer rollen können. Aber ein richtiges Dinner endet nunmal mit einem süßen Magenschließer. Zumindest für mich. Das Ananas-Carpaccio mit Kokos-Eis war genau der richtige Abschluss für einen genialen Abend. Außerdem war es sehr aufmerksam, dass der Küchenchef persönlich noch an jedem Tisch vorbeigeschaut hat, um sich nach dem Wohl der Gäste zu erkunden. Heute keine Selbstverständlichkeit mehr!

Ich muss an dieser Stelle auch noch ein großes Lob an Manuel Pichler loswerden. Sein Service war herzlich, ohne künstlich zu sein. Aufmerksam aber nicht aufdringlich. Wir fühlten uns richtig wohl im GenussReich und das verdankt man natürlich auch immer dem Serviceteam.

Mein Fazit: Schneidet euch ruhig am GenussReich ein paar Scheiberl ab. Dicke bitte, ihr Steakhäuser dieser Welt. Denn auch wir Veggies stehen auf ein feines Stück gebratenes Gemüse auf unseren Tellern. Alles Liebe, Conny das Schaf.

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Und wer jetzt auch Lust auf ein vegetarisches Steak hat: dieses gibt es auf Vorbestellung im à la Steak carte Restaurant „GenussReich“.

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Viele tolle Rezepte, auch vegetarische und vegane, finden Sie in unserem Kochbuch „So schmeckt das Rogner Bad Blumau“ – Einen Auszug davon finden Sie in unserem Artikel Sprossen selber ziehen. So einfach geht’s.

 

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