Ostara – das große Erwachen

Frühling ist Zeit für Reinigung und Neubeginn. Die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf und viele nehmen das zum Anlass, über das eigene innere Gleichgewicht nachzudenken. Im Christentum feiern wir Ostern und damit das Fest der Auferstehung, aber auch schon vor dem Christentum wurden im Frühling zahlreiche Bräuche vollzogen. Mehr dazu erzählt uns Kerstin Teubl vom „Am Schwalbenhof“ in Bad Blumau.

Ostara – das große Erwachen

Ostern naht und im christlichen Glauben feiert man die Auferstehung Jesus. Doch wenn man weiter in die Vergangenheit reist, dann führt uns diese Reise in eine Zeit vor dem Christentum und der Römer, hin zu den keltischen Bräuchen.

Diese hatten einen starken Bezug zur Natur und Mutter Erde hatte eine große Bedeutung. Mutter Erde hat viele Namen und findet auf der ganzen Welt und in allen Kulturen ihren Platz: Frau Holle, Großmutter Erde, Pele (Hawaii), Baba Jaga (Russland), … so ist sie auf der ganzen Welt unter verschiedenen Namen und Gestalten bekannt.

Ostara, nennt man in der Neuzeit dieses alte Fest und auch die Göttin, die durch die Welt schreitet wird immer wieder so genannt. Sie ist auch unter den Namen Brigid bekannt, die weiße jugendliche Göttin. Wo immer sie den Boden berührt, erwacht das Leben von Neuem.

Ob es den Namen Ostara damals auch schon gab ist allerdings umstritten. Auf jeden Fall enthält es das Wort „Osten“ – die Himmelsrichtung, in der die Sonne aufgeht, der Tag neu beginnt und das Leben neu erwacht. So ist auch die Botschaft der alten Feste – Neubeginn, neues Leben, Erwachen, Licht, Sonne, Feuer, Fruchtbarkeit, … Das Fest wurde damals zur Frühlings-Tagundnachtgleiche gefeiert. Tag und Nacht sind gleich lange und für einen Moment sind die Dinge im Gleichgewicht. An diesen Tagen kann man sich auch selbst die Frage stellen, ob man sich im Gleichgewicht befindet, ob man gut verwurzelt ist. Denn schon am nächsten Tag gewinnt das Licht über die Dunkelheit, die Tage sind nun länger als die Nächte. Alles strebt dem Licht entgegen und auch wir dürfen uns der Welt zeigen mit unseren Ideen und unserem Wirken, welches wir in den dunklen Wintermonaten anhand von Visionen und Träumen ins Leben gerufen haben.

Ostara © am Schwalbenhof

Das Licht, welches damals nur von der Sonne und dem Feuer geschenkt wurde, wärmt die Erde und unsere Herzen. Im Feuer schmiedet der Schmied Kunsthandwerke und im Feuer der Leidenschaft schmieden wir unsere Ideen und setzten sie um.

Das Feuer, welches die Erde wärmt und sie fruchtbar macht wurde verehrt. Um die Kraft der Sonne zu stärken und sie zu ehren, wurden große Feuer entfacht und um sie herumgetanzt und gefeiert – denn die Winter waren lange und hart und die Rückkehr der Sonne bedeutet die Rückkehr des Lebens. Die Fruchtbarkeit der Erde war Überlebenswichtig für die Menschen und ist es auch heute noch. Daher wurden die Felder geweiht und Geschenke an die Erde übergeben. Meist unter einem Holunderstrauch hat man Mehl, Bier oder Honig an Mutter Erde und die Ahnen übergeben. Aber auch mit Räucherwerk konnte man die Anderswelt erreichen und um einen fruchtbaren Boden und gutes Wetter bitten. Auch das Ei ist ein typisches Symbol zu diesem Fest, besonders rot gefärbte Eier standen und stehen noch heute für Fruchtbarkeit. Heilige Quellen wurden geschmückt und verehrt, denn auch sie sind Quellen des Lebens, denn ohne Wasser könnten wir nicht überleben und so kommt mit der Schneeschmelze alles wieder ins Fließen und das Leben kommt in Bewegung. Auch wir Menschen kommen in Bewegung und wollen hinaus in die Natur, wir stecken voller Tatendrang und Motivation. Es ist Zeit, dass wir in die Welt hinausgehen und uns zeigen, unsere Ideen und Projekte verwirklichen und umsetzen.

Damals wie heute, können wir fühlen, wie stark wir mit der Energie der Natur in Verbindung stehen – Aufbruch, Neubeginn, Fruchtbarkeit, Verwirklichung, das Leben bejahen und einfach sein. Zahlreiche Bräuche aus diesen alten Tagen wirken auch jetzt noch und sind, wenn auch stark verändert, im Christentum zu finden. Feuer entfachen, Felder weihen, Auferstehung von Jesus oder der Sonne feiern, Fruchtbarkeitssymbole wie beispielsweise Eier oder Palmbusch, Reinigungen wie fasten, loslassen, abschließen und bereit sein für den Neubeginn, das neue Leben feiern und vieles mehr. Das Räuchern mit heimischen Pflanzen unterstützt uns bei unseren Vorhaben und verbindet uns mit der Anderswelt: Weidenrinde, Echte Schlüsselblume (geschützt, bitte aus dem eigenen Garten oder aus der Apotheke verwenden), Schafgarbe, Ringelblume, Waldweihrauch und Beifuß, sind einige der Pflanzen die uns zu diesem Fest begleiten können.

Die alten Jahreskreisfeste umfassen acht Termine: Wintersonnenwende, Imbolc, Ostara, Beltaine, Mittsommer, Schnitterin, Mabon, Samhain und auch die Rauhnächte gehören zu den alten Festen.

amSchwalbenhof © Rogner Bad Blumau

Besuchen Sie den Schaugarten am Schwalbenhof in Bad Blumau

Der wunderschöne Schaugarten, die glücklichen Hühner, die Workshops sowie das alte wissen über Kräuter, Natur und Brauchtum. All das macht den Schwalbenhof zu einem einzigartigen Schmuckstück der Region. Nach längerer Zeit ohne Veranstaltungen freuen wir uns darüber, dass Kerstin Teubl, Besitzerin des Schwalbenhofes, die Tore ihres privaten Naturschaugartens für uns öffnet. Aktuelle Informationen sowie Veranstaltungen finden Sie hier.

Tipp: Hier geht’s zu einer virtuellen Tour durch den Schaugarten am Schwalbenhof.

Räucherworkshops, Kurse und mehr finden Sie Am Schwalbenhof. Mehr dazu auf www.amschwalbenhof.at

2 thoughts on “Ostara – das große Erwachen”

  1. Josef Schlager sagt:

    Sehr guter Beitrag

    1. Rogner Bad Blumau sagt:

      Lieber Herr Schlager,
      vielen herzlichen Dank. Wir wünschen Ihnen frohe Ostern und bleiben Sie gesund.
      Mit lieben Grüßen aus dem Rogner Bad Blumau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Diese Website benutzt Google Analytics. Bitte klicke hier wenn Du nicht möchtest dass Analytics Dein Surfverhalten mitverfolgt. Hier klicken um dich auszutragen.