Hundertwasser-Ausstellung “Zwischen Idrija und Wien”
Ab 20. April lädt die Ausstellung „Zwischen Idrija und Wien“ im Rogner Bad Blumau dazu ein, eine faszinierende Verbindung aus traditioneller Klöppelkunst der Idrija-Spitze und der visionären Bildsprache von Friedensreich Hundertwasser zu entdecken.
Eine Hommage in feiner Spitze
Die gezeigten Werke der Ausstellung stammen von Künstlerinnen der experimentellen Gruppe der Klöppelschule Idrija, die sich im Rahmen einer Erasmus+-Lernmobilität in Wien intensiv mit dem Schaffen von Friedensreich Hundertwasser auseinandergesetzt haben. Ihre Eindrücke übersetzten sie zunächst in Entwürfe auf Papier und schließlich in kunstvoll gearbeitete Spitzen.


Entstanden sind neun außergewöhnliche Arbeiten, die als Hommage an Hundertwassers unverwechselbaren Stil gesehen werden können. Organische Formen, kräftige Farben und lebendige Linien prägen die Werke ebenso wie der bewusste Verzicht auf Symmetrie. Jede Spitze wirkt wie ein Momentbild – ein Zusammenspiel aus Natur, Architektur und Erinnerung, eingefangen in filigraner Struktur.
- © Robert Zabukovec
- © Robert Zabukovec
- © Robert Zabukovec
- © Robert Zabukovec
- © Robert Zabukovec
- © Robert Zabukovec
- © Robert Zabukovec
- © Robert Zabukovec
Schöpferinnen/Klöpplerinnen: Irena Laharnar, Mira Guzelj, Andra Sedej, Marija Novak Boškovič, Magda Ferlat, Marta Simnovčič, Milena Kalan Frančeškin, Liljana Kogovšek, Draga Sedej.
Mentorinnen: Silva Menard sowie Maja Svetlik und Stana Frelih, beide vom CŠOD OE Klöppelschule Idrija.
Eine besondere Bedeutung erhält die Ausstellung auch durch ihren Präsentationsort: das Rogner Bad Blumau. Das größte bewohnbare Gesamtkunstwerk, geschaffen von Friedensreich Hundertwasser, bildet den idealen Rahmen für die Begegnung von Architektur, Kunst und Handwerk. Hier setzt sich seine Vision von organischer Gestaltung, Farbe und Lebendigkeit auf einzigartige Weise fort.
Die Ausstellung kann von 20. April bis 15. Juni 2026 im Rogner Bad Blumau auf dem Weg von der Hotelreception zur ROGNERIE betrachtet werden.
Idrija-Spitze – Lebendiges Kulturerbe aus Slowenien
Die künstlerischen Arbeiten stehen dabei nicht nur im Dialog mit Hundertwasser, sondern auch mit einer jahrhundertealten Handwerkstradition: der Idrija-Spitze. Die in der Ausstellung gezeigten Werke basieren auf dieser besonderen Form der Klöppelkunst, einer der bedeutendsten europäischen Traditionen dieses feinen Handwerks. Sie stammt aus der slowenischen Stadt Idrija, die seit vielen Jahrhunderten ein wichtiges Zentrum dieser Kunst ist. Dort ist das Klöppeln tief in der Kultur verwurzelt und prägt bis heute das Leben in der Region.

© Čipkarska šola Idrija

© Čipkarska šola Idrija
Die Idrija-Spitze ist bekannt für ihre hohe Präzision, ihre komplexen Muster und die besondere Leichtigkeit der Ergebnisse. Aus feinsten Fäden entstehen kunstvolle Arbeiten, in denen handwerkliches Können und gestalterische Kreativität eng miteinander verbunden sind. Dieses Wissen wird seit Generationen weitergegeben und immer wieder weiterentwickelt, sodass sich die Technik ständig erneuert, ohne ihre Tradition zu verlieren.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Klöppelschule Idrija, die 1876 gegründet wurde und als älteste noch bestehende Klöppelschule der Welt gilt. Sie vermittelt nicht nur die traditionellen Techniken, sondern fördert auch neue Ideen und zeitgemäße Ansätze. So wird das Handwerk an junge Generationen weitergegeben und zugleich kreativ weiterentwickelt.

© Čipkarska šola Idrija
Ein besonderes Highlight im Jahresverlauf ist das Idrija Lace Festival, das jedes Jahr in Idrija stattfindet. Dabei verwandelt sich die Stadt in eine Bühne für die Klöppelkunst: Ausstellungen, Workshops, Vorführungen und Wettbewerbe geben Einblicke in das Handwerk und zeigen, wie lebendig und vielseitig die Idrija-Spitze bis heute ist.
Die Klöppelschule trägt entscheidend dazu bei, dass die Idrija-Spitze heute als lebendige Kunstform erhalten bleibt und international Anerkennung findet. Ihre Bedeutung wurde außerdem dadurch bestätigt, dass die Klöppelkunst in Slowenien in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde.











